Teilnehmerstimmen

Die Arbeit am Stein zeigt alle meine Stärken

Die Arbeit am Stein zeigt alle meine Stärken und alle meine Schwächen. Das habe ich noch bei keiner anderen Arbeit so erlebt. 



angenehm unaufregend und kontemplativ

Die Arbeit an dem Stein selbst hat etwas angenehm Unaufregendes und Kontemplatives. Phasen der Konzentration auf die Hammerschläge und die Lage des Spitzmeißels wechseln sich mit gedanklichen Streifzügen ab, in denen die Gedanken um alles mögliche kreisen, natürlich auch um die eigene Situation.



Vollkommen glücklich

Ich war fix und fertig, total erschöpft. Aber vollkommen glücklich.



Super gefühlt

Hinterher habe ich mich super gefühlt – diesen besch... Stein zu bändigen! Ich war manchmal richtig wütend auf ihn.



Das gleichmäßige Schlagen zentriert mich.

Das gleichmäßige Schlagen zentriert mich.



Es war wunderbar

Es war wieder wunderbar mit einem Stein zu arbeiten mit einem guten Steincoach an der Seite. Du ermutigst an der richtigen Stelle, bremst, wenn es notwendig ist, ich kann dich technisch und künstlerisch anfragen und ... du bist auch sonst ein guter Begleiter. Die Gruppe und ich haben dir schnell vertraut und deine Fähigkeit eine gute Athmospäre zu schaffen, Offenheit zu erzeugen, Humor zu zeigen - all das ist wohltuend bei dem Blick auf mich selbst und auf die Arbeit, die ich mir vornehme. Hab herzlichen Dank für all deine Bereitschaft mich und uns gut durch die Tage zu begleiten!!! Immer wieder in den letzten Tagen kommen mir kleine Situationen in den Sinn und ich freue mich an der Erinnerung.




Man wird echt was los

Es war wie Kickboxen – man wird echt was los. Und es kommt auch noch was dabei heraus.




Man kann sich darin widerspielgel

Erstaunlicherweise wird man beim Bildhauern ganz auf sich selbst zurückgeworfen. Jede Entscheidung hat Konsequenzen, was weg ist ist weg, eine Korrektur ist kaum möglich. Und so geht man dann vorsichtig oder draufgängerisch ganz nach dem eignen Charakter an den Stein heran, formt ihn nach dem eigenen Willen oder lässt sich vom Stein sagen, wo es langgeht. So kann man sich schließlich darin widerspiegeln.




Die „Reise ins Innere“

…die Arbeit wollte nicht so recht vorangehen und ich hatte Schwierigkeiten, den Stein in eine stabile Lage zu bringen, in der er unter den Hammerschlägen nicht wegrutschte. Ich wurde unruhig und nachlässig und veränderte die Position des Steins ständig, bis ich ihn packte und ihn fast wie einen Fußball in der Luft rotieren ließ, um ihn aufzufangen und ihn neu zu positionieren. Dabei unterschätzte ich das Gewicht des Steins und als ich ihn fing, sackte er durch und landete auf meinem kleinen Finger. Es schmerzte sehr und hätte im Falle einer ernsten Verletzung fast das Ende meiner weiteren Seminar-Teilnahme bedeutet. Albert hatte die Szene beobachtet und erteilte mir solange Arbeitsverbot, bis mir klar werden würde, was eigentlich gerade passiert war. Und nach einer Weile, als ich das soeben Geschehene mit meinem sonstigen Umgang mit Problemen verglichen hatte, fiel mir auf, dass ich bei wachsendem Druck dazu neige, einen unangemessen spielerischen Umgang mit den Problemen zu suchen. Dadurch fallen mir die Sachen dann auch regelmäßig „auf den Finger“.
Das zweite Ereignis war noch erkenntnisreicher. Ich arbeitete an der Rückseite des Steins und war guter Dinge, da alles nach meinen Vorstellungen lief und die Form des Steins sich langsam ausdefinierte; es war ein Ende in Sicht. Dann plötzlich, im wörtlichsten Sinne „schlagartig“ passierte es. Der Stein brach in zwei Teile. Damit waren all meine Pläne zunächst gescheitert, ich konnte nicht so fertig werden, wie ich es wollte und war sehr deprimiert. Ich konnte nicht weiterarbeiten und mußte erst mal wieder zur Ruhe kommen. Ich tauschte mich mit anderen Seminar-Teilnehmern aus und in diesen Gesprächen wurde mir etwas klar, was mir für die Bewältigung meiner Probleme insgesamt von unschätzbarem Wert war und ist. Ich hatte mich so von meiner Wut und meiner Enttäuschung darüber, dass es eben nicht so lief wie ich es wollte, ablenken lassen, sodass ich erst gar nicht dazu kam mir zu überlegen, wie es unter den neuen Umständen möglich wäre, mein Ziel zu erreichen, den Stein irgendwie fertig zu stellen. Ich vergaß mein erklärtes Ziel und gab mich dem Fluchen und Ärgern hin.
Das ganze Seminar ist wie ein Labor, in dem ich unter den günstigen Bedingungen der Abgschiedenheit und Kontemplation auf mich selber treffen konnte. Ich lernte an der Arbeit an dem Stein Dinge über mich, für die ich unter anderen Umständen wohl sehr lange gebraucht hätte. Dies ist maßgeblich auch der hervorragenden Betreuung durch Albert Widmann zu verdanken, der ein sicheres Gespür für die richtigen Anregungen und Fragen bewiesen hat.
Schließlich habe ich es doch geschafft, mit meinem Stein fertig zu werden. Dafür habe ich zwar in der letzten Nacht durchgearbeitet und zehn Stunden lang geschliffen und wieder geschliffen. Doch dafür habe ich einen sehr schönen Stein mit nach Hause nehmen können, der symbolisch hoch verdichtet für all das steht und mich an alles erinnert, was ich in diesen fünf Tagen über mich gelernt habe. Die „Reise ins Innere“ hat mir so Aspekte meiner Persönlichkeit gezeigt, die ich noch nicht kannte und die ich für mein Leben nicht vergessen werde. Sie sind der Ausgangspunkt meiner weiteren Arbeit an mir selbst.




Ein tiefgreifendes Erlebnis

Nach dem Kennenlernen und der ersten Einführung in Material und Werkzeug konnten wir uns unsere Steine aussuchen, weißer italienischer Marmor! Bei einigen war es sofort klar, sie erkannten auf den ersten Blick den richtigen, andere mussten erst lange überlegen. Dann begann aber auch schon der erste Arbeitsschritt, die äußere Schicht des Steins muss abgemeißelt werden, um einen Rohling zu erhalten, an dem man dann genau die Form und die Struktur des Steins erkennen kann, auch eventuelle Risse. Zum ersten Mal mit Hammer und Meißel, zum Glück in einem Arbeitsschritt, bei dem man noch nicht viel verderben kann. Aber wie halte ich das Werkzeug, welche Körperbewegungen macht man? Da gibt es eine Menge zu lernen, z.B. dass man weder Hammer noch Meißel fest mit den Fingern umklammert, sondern locker in der Hand hält, das Werkzeug soll arbeiten, nicht die Muskeln. Denn die Muskeln müssen ja noch viele, viele weitere Schläge lang durchhalten. Deswegen kommt es darauf an, die Kräfte richtig einzusetzen. (Das Ergebnis war: weder Blasen an den Fingern noch Muskelkater in den Armen.) Und dann das Meißeln, es dauert ein Weilchen, bis man es raus hat, aber der Stein ist geduldig und lässt viel Zeit. Mein Stein war von außen recht verwittert und es war wunderbar mit anzusehen, wie er nach und nach seine innere, glitzernde Gestalt zeigte. Dann war der Stein „geschält“ und nach ausführlichem Betrachten von allen Seiten auch die Standfläche gefunden, auf der er weiterhin stehen soll. Die ursprüngliche Idee, die ich hatte, was ich bildhauern wollte, ließ sich so wie er dastand zwar verwirklichen, aber das hätte bedeutet, dass man sehr vieles wegschlägt und viel von seinem Charakter nimmt. Nun also die Frage, einfach durchziehen oder horchen was die Form mir an Möglichkeiten gibt? Ich habe mich dafür entschieden, beides zu versuchen, meine Idee umsetzen und dem Stein seinen Charakter zu lassen. Zwischendurch war ich auch extrem unzufrieden, weil es nicht so recht voran ging, hier war Albert dann zur Stelle, half die handwerklichen oder persönlichen Hürden zu überwinden. Und nach und nach nahm der Stein dann doch die Gestalt an, die er sollte. Und immer mehr zeigt das Material, der Marmor, seine faszinierenden Eigenschaften, mir wird allmählich klar, warum es der bevorzugte Stein der Bildhauer seit Jahrtausenden ist. Abends Grillen am Lagerfeuer oder gemeinsames Kochen in der Küche, dazu ein Glas Wein und lebhafte Gespräche über den Tag und die Arbeit. Die Gruppe übrigens, die Leute hier sind sehr angenehm, von mehreren erlebe ich ständig neue positive Überraschungen. Neben der bildhauerischen Arbeit, dem handwerklichen und kreativen Prozess ist das Seminar gerade auch im Bezug auf mich selbst ein tiefgreifendes Erlebnis.




Meinungen von Kursteilnehmern drei Monate nach dem Seminar


  • In der Woche habe ich viel von mir selbst gesehen.

  • Nach dem Seminar habe ich eine neue Prioritätenentscheidung in Bezug auf mein privates Leben getroffen und bin nun dabei sie umzusetzen.

  • Ich habe nur einen großen Berg vor mir gesehen, den ich mich nicht getraut habe anzugehen. Durch die Arbeit am Stein habe ich gelernt viele kleine Schritte zu planen und durchzuführen. Das konnte ich auf mein berufliches wie privates Leben übertragen und es ist eine völlig neue, verbesserte Situation entstanden.

  • Im Nachhinein gesagt: Für mich war das Seminar Spitze!

  • Ich war nach dem Seminar sehr aufgeladen und gut drauf, was auch für meine Umgebung spürbar war.

  • Ich habe ein Stück mehr zu mir selbst gefunden, bin innerlich konzentrierter und kann anderen besser zuhören.

  • Ich würde den Kurs jederzeit wieder machen.

  • Für mich war die wichtigste Erkenntnis, dass "Ziele bewusst gesetzt werden müssen", dann wird auch klar, was ich nicht will. Ich habe mich inzwischen von meiner bisherigen Beziehung getrennt.

  • Mir hat das Seminar Kraft gegeben. Ich dachte, wenn ich den Stein bearbeiten konnte, dann schaffe ich das andere auch.

  • Durch das Seminar war ich aktiv und energetisiert. Ich habe noch nie so viel in einem Sommer geschafft wie dieses Jahr.

  • Ich habe in meiner Tätigkeit viel negativen Stress. Der Kurs hat mir geholfen richtig gut abzuschalten, was mir sonst nicht mehr gelungen ist. Der Stein steht in meinem Arbeitszimmer und erinnert mich an diese Zeit und daran, dass Entspannung möglich ist.

  • Die eigentliche Arbeit am Stein war für mich das Wesentliche. Der Stein hat seine Form entwickelt.

  • Die Fertigung der Skulptur war für mich selbst eine Bestätigung und ein konkretes Erfolgserlebnis. Für den Stein habe die auch zu Hause viel Lob und Anerkennung erhalten.

  • Es war wichtig, fünf Tage am Stück zu haben, um die Tiefe zu erreichen. Der Zeitfaktor beinhaltet eine eigene, neue Dimension.

  • Übrig geblieben ist eine innere Ruhe, die z.T. auch auf andere wirkt.

  • Wenn es brenzlig wird, gebe ich nicht wie früher Gas, sondern gehe erst mal einen Schritt zurück und schaue – wie am Stein. Wenn ich dann einen Plan habe, werde ich wieder aktiv.

  • Ich bin heute weniger distanziert, manchmal sage ich erst mal, wie ich mich fühle. Das hat den Kontakt zu anderen verändert.

  • Was ich gelernt habe, ist das sich Herausnehmen, um neu zu schauen.